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AW: Welche Ausbildung würdet ihr Empfehlen oder überhaupt eine Ausbildung?
Ohne eine Ausbildung - egal wo - verbietet es sich meines Erachtens, professionell Klangarbeit mit therapeutischem Ansatz anzubieten. Die wenigsten Anwendungen beschränken sich auf reine Wellness.
Eine (gute) Ausbildung geht weit über das Vermitteln von theoretischen Inhalten hinaus. Sie lebt vor allem vom gemeinsamen Üben in einer Gruppe mit gleichen Zielen, oft nur unterstützend moderiert vom Seminarleiter oder der - leiterin. Das gemeinsame Erspüren und voneinander lernen lässt sich auch durch 1000 Sitzungen mit noch so problematischen Klienten nicht ersetzen.
Ein weiterer Vorteil ist die große Auswahl an Instrumenten, die mancher Ausbilder zur Verfügung stellt. Auch wenn eine riesige Auswahl an Übungsinstrumenten schnell verwirren kann, so bietet sie doch die Möglichkeit, ein viel breiteres Klangspektrum zu erleben, als mit 5 oder von mir aus 10 Schalen, die man zuhause stehen hat. Und seien diese auch noch so gut.
Learning by doing ist ohne Zweifel gut - jeder hier in diesem Forum wird das bestätigen - und kann einen wirklich weiterbringen. Aber ohne das gemeinsame Üben und gegenseitige Befruchten unter Gleichgesinnten wird es eine einsame Form der Klangarbeit. Natürlich ist das Feedback der Klienten für den Gebenden eminent wichtig. Aber Klienten arbeiten nicht mit Klängen, sie gehen ganz anders an die Materie heran. Manche suchen gar nach ihrer Wahrnehmung, müssen sie mühsam wieder finden. Von daher ist für den Erfolg des Lernprozesses an sich der Austausch mit anderen Klangarbeitern nicht zu ersetzen. Mein Didgeridoo z.B. würde ich heute nicht so spielen, wie ich es spiele, hätte ich nicht tage- und nächtelang mit anderen (zum Teil viel versierteren) Spielern geübt und mich mit ihnen ausgetauscht. Ich würde es womöglich nur so spielen, wie ich es für richtig empfinde oder wie ich den Sound von CD kenne. Aber eben diese Messlatte kann und will ich nicht auf andere übertragen.
Und ein Klanginstrument, das ich als Gebender anspiele, nehme ich immer noch ein ganzes Stück weit anders war, als der Klient oder Übungspartner.
Natürlich gibt es Schulen, deren Qualität bzw. grundsätzliche Ausrichtung zu wünschen übrig lässt und sicher auch Klangmasseure, deren Zertifikat an der Wand das Papier nicht wert ist. Deshalb aber grundsätzlich die Ausbildung in der Klangarbeit an sich in Frage zu stellen und Geldschneiderei zu schimpfen, ist verallgemeinernder Unfug und Sippenhaft.
Klangmassage ist keine Tätigkeit, die man mal eben einem Ungelernten antragen kann. Sie erfordert vom Gebenden eine riesige Konzentration und Aufmerksamkeit. Klangmassage ist kein automatisierter Vorgang, den man abspult wie ein Roboter. Wer so an einen Klienten herangeht, der womöglich neben dem Geld eine ganze Menge Hoffnung in die Sitzung(en) einbringt, handelt fahrlässig.
Dem Resonanzprinzip zufolge findet jeder die Klienten, die zu ihm passen.
Ich wünsche Herrn Faber viel Spass mit den seinen.
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