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Alt 19.08.2009, 12:22
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feuervogel69 feuervogel69 ist offline
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AW: planetenschalen- warum nicht nach custo?

norman: huch, wollte mic schon ausklinken aber nun hast du doch noch geantwortet.... ;-)

was du über frank sagst schillert ja hier auch teilweise durch und eben deswegen verstehe ich eigentlich nicht, wieso er dann diese "dogmatische", mathematische herleitung überhaupt benötigt!! würde er von vornherein intuitiv und gefühlsmäßig arbeiten und so auch die planeten seinen schalen zuordnen, hätte ich nix dagegen. da würde geschulte wahrnehmung mit achtsamkeit zusammenkommen und einem schuß atrologischer analogie. es wäre nix groß anders und ich behaupte mal das fehlen einer mathematischen grundlage würde die sensibilität sogar sehr steigern und erhöhen, da man noch mehr "fühlen" müßte, wie sich die schale anfühlt....!

zu deinen fragen: die schwebungen der östlichen gongs (java,bali) sind grundbestandteil des instrumentes und werden gezielt angewendet und klassifiziert. gongs werden nach diesen "ombaq" bewertet. es gibt gongs ohne schwebung (gong baoeng), mit langsamen (bima goemejoe-das langsame lachen bimas) und auch mit sehr schnellen schwebungen (bima ngoegoek-das schallende gelächter bimas) wie z.b. 13 schwebungen(!). samarinda auf süd-borneo verlangt genau 3 schwebungen.
hör dir ein gamelanorchester mal an und erlebe einfach mal wie dort alle arten von "schwebungen" und klängen übereinander gestapelt werden, das ganze in pattern (steve reich hat sich das von dort abgekupfert für seine minimalmusik) damit die psyche mitkommt.jedes dorf hat sein orchester, oft auch seine stimmung und die "stimme" die jeder spielt, wird quasi vererbt, d.h. der sohn spielt in dem orchester dann die stimme , die schon sein vater gespielt hat. die fürstenhöfe haben dann noch extra stimmungen dei nur für sie reserviert sind. interessant ist auch, daß z.b. im zuge der verbreitung von weltmusik sich einmal java sehr aufgeregt hat, daß die musik durch dei weltweite darbietung über keyboard (und damit europäisch gleichschwebenderstimmung) völlig ihren charakter verliert.

interessant (und in der klangschalenszene überhaupt nicht beachtet!) ist, daß gongs die bespielt werden infolge der molekularen veränderungen (die auch z.b. bei glocken stattfindet) nach einer weile neu gestimmt werden müssen, damit sie die spezifikation einhalten. 3 stimmungen sind da durchaus üblich, manche sagen sogar, daß erst nach 30 jahren die stimmung konstant bleibt.

hat irgendwer seine neuen klangschalen nach z.b. 1 jahr mal neu ausgemessen? das wäre sicher interssant;-))

noch zu den tonsystemen: die menschen frühere zeit waren unserer wahrnehmung oft voraus. sie waren sensibler. fakt ist, daß sich tonsysteme imemr mit den instrumenten zusammen herausbildeten, d.h. es geht nicht darum ob ein system übertragbar ist (indische skalen hier in europa), sondern darum wo der innere sinn eines tonsystems in zusammenhang mit den instrumenten liegt, die das zum klingen bringen!

psychoakustisch ist der mensch global relativ gleich gebaut ;-) deshalb läßt sich vieles so lange übertragen wie ich die richtigen instrumente dazu benutze und die auch richtig spiele. klangschalen sind deshalb auch so erfolgreich. sie werden im prinzip so genutzt wie vorgesehen (tonleiterschalen außen vor!).

die schwingungen auf denen das gehirn je nach zustand arbeitet, sind bekannt. man muß es nur benutzen. das monroe-institut hat hier z.b. ein interessantes system aufgebaut (gehirnwellensynchronisation). wenn man das verstanden hat, ist es nur ein kleiner schritt zu begreifen, was bei bestimmten spielarten von gongs passiert, oder auch wozu zimbeln dienen!

man muß sich klar machen, daß hier in dem bereich überhaupt nix "erfunden" wird, sondern nur alte, früher normale praktiken aus dem musikalischen bereich (bei den alten griechen war die musik nicht umsonst therapeutisch!!) heute mit psychologischen oder neurologischen begriffen neu beschrieben werden.

in der katholischen praxis des alten italien z.b. wird ganz bewußt an einer stelle des gottesdienstes (elevation) für die orgel das register "unda maris" (meeresrauschen) vorgeschrieben und: ach, oh wunder- genau dieses register ist ein register wo pro ton 2 (!) pfeiffen erklingen, die in einer langsamen schwebung zueinander gestimmt sind!

alles nix neues, nur hat man damals so ein register eben nicht erdentonregister genannt und auch nicht davon gesprochen während dem abendmahl die gemeinde in den alphazustand zu versetzen und keiner wußte dasß weihracuh thc enthält.... aber GEMACHT wurde es genauso wie heute.

wenn man da so einige sachen weiß, ist man dann aus diesem grunde etwas demütiger und es kommt einem dann eben etwas lächerlich vor, wenn quasi altes traditionelles wissen mit neuartigen begriffen verwurstet wird und dann als "große erfindung" verkaufsfördernd angeboten wird.

lg matthias
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